· Albatros, Standlautsprecher in K+T 5/2014
Albatros ist ein zierlicher Standlautsprecher, für den Thomas Schmidt und Holger Barske einen Harwood Air-Motion-Transformer und einen Harwood Mitteltieftöner wählten. Harwood ist als Bassreflexlautsprecher konzipiert; er hat das Bassreflexrohr auf der Rückseite. Die Frequenzweiche besteht aus einem Hochpass 2. Ordnung (12 dB/Oktave) und einem Tiefpass 3. Ordnung (18 dB/Oktave). Der Frequenzgang ist unter 15 Grad oder auch 30 Grad Winkel recht eben; auf Achse werden die Höhen oberhalb 15 kHz leicht übertrieben, was keinerlei Nachteil darstellt. Die nichtlinearen Verzerrungen sind bei 85 dB Schalldruck gering (oberhalb von 300 Hz durchweg unter 0,4%); das Zerfallsspektrum ist bis auf eine Resonanz um 400 Hz nahezu fehlerfrei. Ein Ausschnitt aus dem Klang+Ton Hörtest ... "Der Tieftöner macht seinen Messwerten alle Ehre. Auch frei aufgestellt in unserem Hörraum, noch mehr aber mit einer Rückwand in einem Meter Entfernung, spielte er souverän wirklich tief hinunter, während nach oben hinaus der AMT keine Grenzen zu haben scheint. Offensichtlich macht es doch einen Unterschied, ob ein Hochtöner bei 20 kHz steil abstürzt oder da eben noch mal eben fast noch eine Oktave in Reserve hat - und die kleine Betonung im Superhochton schadet sicherlich auch nicht. Die Albatros findet eine schöne Balance aus Bodenständigkeit und Eleganz. So lässt sie sich von Meisterwerken wie Deep Purples "Made in Japan" und seiner ungebremsten Spielfreude mitreißen, um bei der nächsten aufgelegten Scheibe die feinsten Details der Goldberg-Variationen in der legendären Interpretation Glenn Goulds mustergültig herauszuarbeiten. Die räumliche Abbildung gelingt ebenso famos wie die tonale Balance - und das deutlich bemerkbare Stückchen mehr Tiefgang schadet auch nicht beim Gesamteindruck einer durch und durch gelungenen Box."