· Aluminata 130/4 KE Standlautsprecher aus Hobby Hifi 3/2016
In Aluminata 130/4KE kommen pro Lautsprecherbox eine Keramikkalotte Visaton KE25 SC und als Tieftöner bzw. Mitteltieftöner vier Stück Visaton AL 130 zum Einsatz. Die Frequenzweiche besteht aus einem Hochpass 4. Ordnung (24 dB/Oktave) für die Hochtonkalotte. Ein Tiefpass 3. Ordnung treibt die Mitteltieftöner an, zu denen ab tieferen Frequenzen zwei weitere Tieftöner über einen Tiefpass 2. Ordnung angekoppelt sind. Jeweils ein Saugkreis glättet den Frequenzgang der Visaton AL 130. Der Frequenzgang des Lautsprechers ist zwischen 40 Hz und 15000 Hz sehr ausgewogen, wobei er eine leichte Loudnesscharakteristik aufweist (Mittenabsenkung) und somit eine räumliche Weite unterstützt. Das Abklingspektrum ist unter 20 kHz praktisch fehlerfrei. Die nichtlinearen Verzerrungen bei mittleren Lautstärken (90 dB, 1m) liegen oberhalb von 100 Hz unter 1%. Ein Ausschnitt aus dem Hobby HiFi Hörtest "Aluminata 130/4 KE platzierten wir mit 70 Zentimetern Wandabstand und richteten sie auf die Hörposition aus. Bei einer Basisbreite von 2,5 Metern betrug die Hördistanz drei Meter. Mit bestens bekannten Stimmen beurteilen wir die tonale Natürlichkeit. Hermann Preys Bariton (Manger Hörtest-CD) klingt ebenso real wie die glockenhelle Stimme von Eva Cassidy (Best Audiophile Voices) und der erdige Blues von Hans Theessink (Call Me). In allen Tonlagen empfiehlt sich Aluminata 130/4 KE als Vergleichsnormal, das tonale Schwächen anderer Lautsprecher beim direkten Umschalten schonungslos entlarvt. Von den tiefsten Bässen bis in brillante Hochtongefilde begeistert das Klangbild mit klarer, straffer Zeichnung. Selbst feinste Details erschließen sich ohne jede Anstrengung. Trotzdem kommt es nie zu Übertreibungen. Der Hochtonbereich fasziniert mit seiner Unaufgeregtheit, die ohne jede Überzeichnung auskommt. In den Höhen begeistert die wunderbar filigrane Zeichnung feiner Details. Offensichtlich findet die messtechnisch identifizierte Hochtonbetonung durch die Keramikkalotte so weit oben statt, dass sie tonal ohne Auswirkungen bleibt. Sie fördert aber die atmosphärische Stimmung: Das Klangbild wirkt phänomenal fein und leicht. In den tiefsten Lagen erweist sich das Oscar Peterson Trio und speziell Ray Browns Kontrabass immer wieder als ernsthafte Prüfung. Dank der perfekt remasterten CD "We Get Requests" (K2HD Mastering) klingt dieser Meilenstein des Mainstream-Jazz ein halbes Jahrhundert nach der Einspielung endlich absolut taufrisch. Bassläufe bleiben bis in die untersten Lagen wunderbar klar, druckvoll und trocken - einfach authentisch. Dynamik-Eruptionen stellen die Lautsprecher so lebhaft dar, wie man es sich nur wünschen kann. Ein vorzügliches Beispiel bietet die 0-Zone Percussion Group (Manger Hörtest-CD): Das umfangreiche Schlagwerk-Arsenal erzeugt eine Explosion nach der anderen, und dazwischen sind feinste Strukturen gesponnen. Beides gibt Aluminata 130/4 KE mit begeisternder Akribie zum Besten. Die räumliche Abbildung überzeugt mit grandioser Weite und Tiefe. In der Breite macht die Abbildung nicht an den Lautsprecherpositionen halt und reicht über diese hinaus - genau so wünscht man sich Räumlichkeit. Die Tiefenwirkung begeistert wohl auch deshalb so sehr, weil gleichzeitig ein ausgeprägter Naheffekt zu notieren ist. Typisch für perfekte D'Appolito Konstruktionen: Stimmen stehend merklich vor der durch die Positionen der Boxen definierten Grundlinie. Am unteren Ende des Dynamik-Spielraums verblüfft Aluminata 130/4 KE mit nicht nachlassender Detailverliebtheit: Se