BigBlock

· BigBlock, Standlautsprecher in Hobby HiFi 6/2012

Ist eine 4-Wege-Box einer 2-Wege-Box überlegen? Diese Frage hat schon oft zu lebhaften Diskussionen geführt. Wer das Gefühl hat, dass der Klang einer Mehrwegebox zerfällt und er jedes Chassis aus der Box heraus hört, wird wenige Wege bevorzugen. Wenige Wege mit hoher Qualität. Dazu fand Bernd Timmermanns in einem der letzten Chassistests einen hervorragenden Tieftonlautsprecher: den Wavecor SW223 BD01 . Ein hochwertiger Tieftöner sollte auch durch einen hochwertigen Hochtöner begleitet werden. Seine Wahl fiel auf Audaphon AMT-1i , einem Air-Motion-Transformer aus deutscher Produktion, der mit unglaublich geringen nichtlinearen Verzerrungen, schnellem Ausschwingen und einem mustergültig geraden Frequenzgang punktet. Der Name für den Lautsprecher, der nach Zeitschrift Hobby HiFi die beste 2-Wege-Box darstellt, die man kennt, ist Big Block und soll an große amerikanische 8-Zylinder Motoren erinnern, da der Wavecor-Tieftöner die Eigenschaften eines hervorragenden Mitteltöners, gepaart mit absoluter Bass-Expertise mit bringt. Er arbeitet mit seiner Passivmembran ab 23 Hz (-3 dB). Die Frequenzweiche enthält einen Hochpass zweiter Ordnung für den AMT und einen Tiefpass mit Saugkreis. Der Frequenzgang der Lautsprecherbox ist perfekt eben; er weicht kaum vom Ideal ab. Nichtlineare Verzerrungen und das Ausschwingverhalten sind absolut vorbildlich. Den enormen Tiefgang bezahlt man mit einem geringeren Wirkungsgrad, der sich jedoch mit einem guten Verstärker kompensieren lässt. Ein Ausschnitt aus dem Hobby HiFi Hörtest ... "Im Hörraum erwies sich die messtechnisch gewonnene Erkenntnis einer genauen Ausrichtung der Lautsprecher auf die Hörposition goldrichtig. So bildete Big Block den Raum optimal ab. Und was für einen Raum: Breit und tief, mit genauestens platzierten lnstrumenten, die nicht im Mindesten ineinander drifteten, sondern blitzsauber unterscheidbar waren. Solisten - stimmliche wie instrumentale - standen bestens nachvollziehbar vor dem Orchester, nicht aber vor den Lautsprechern; die auffällige Nahwirkung vieler M-T-M-Konzepte nach d'Appolito blieb aus. Trotzdem spielte sich nicht alles in der Tiefe ab, die Differenzierung zwischen Nah und Fern funktionierte bestens - und bei geringer Hördistanz von gerade mal zwei Metern. Die messtechnisch überragende Tiefbassqualität praktisch zu erproben gelingt mit einer Aufnahme des Oscar Peterson Trios von 1964 hervorragend: Das Album "We Get Requests", das seit einiger Zeit in einer exzellenten audiophilen Neuabmischung vorliegt, präsentiert mitreißende Soli des Bassisten Ray Brown. Dessen Kontrabass scheint tatsächlich im Raum zu stehen, und vom zarten Strich des Bogens bis zum Schnalzen der Saiten erlebt der Hörer wirklich jedes Detail absolut authentisch und mit der Wucht der allertiefsten Frequenzen. Pink Floyds "The Wail" bildete nach diesem Erlebnis von allerfeinstem Mainstream-Jazz den populärmusikalischen Kontrapunkt mit grandiosem lnstrumentengetümmel und wiederum atemberaubend tiefen, dabei detailverliebt gezeichneten Bässen. Schießlich bewies Big Block mit Stravinskys "Sacre Du Printemps", dass auch ein Orchester von größter Komplexität bis in die Tutti-Passagen hinein durchhörbar sein kann. Originallautstärke stellte die Boxen vor kein Problem, eher schon die Endstufen: Unsere Stax-Monoblöcke signalisieren 100 Watt Ausgangsleistung mit roter LED, und die Leuchtdioden flackerten munter, bis die Schutzschaltung ansprach. Auch am entgegengesetzten Ende der Dynamikskala beweist Big Block L

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