Chess

· Chess Kompaktlautsprecher aus Hobby Hifi 5/2013

Bernd Timmermanns konstruierte mit Chess eine Kompaktbox mit großem Visaton Tieftöner und Gewebekalotte, der ein Waveguide vorgesetzt wird. Der Name Chess leitet er vom Muster des Furniers ab. Die Box wurde als geschlossene Lautsprecherbox ausgelegt, die zur Tieftonanhebung einen Hochpass in der Zuleitung des Tieftöners enthält. Was sich zuerst als Druckfehler anhört "mit einem Hochpass, der doch nur hohe Frequenzen passieren lässt, den Tiefbass verstärken" lässt sich durch die Filterrechnung mit komplexen Zahlen x+jy erklären. Die Frequenzweiche basiert auf einer Weiche 2. Ordnung (Hoch- und Tiefpass mit einer Steilheit von 12 dB/Oktave). Dazu kommt ein Kondensator von ca. 470 uF in Reihe zum Tieftöner, der den Hochpass darstellt und die Basswiedergabe zu tieferen Frequenzen hin ausdehnt.Parallel zum Tieftöner unterdrückt ein Saugkreis unerwünschte Resonanzen. Der Frequenzgang von Chess ist recht eben; die nichtlinearen Verzerrungen sind bis auf erhöhte Werte um 1,4 kHz moderat. Das Abklingspektrum ist ohne ausgeprägte Resonanzen. Ein Ausschnitt aus dem Hobby HiFi Hörtest ... "Die Percussion der WDR Bigband auf "Caribbean Night" stand breit und tief aufgefächert im Raum. Die Steeldrum erklang bei "pan Woman" perfekt authentisch, ihr metallischer und gleichzeitig warmer Klang wusste zu begeistern. Die Bläser setzten messerscharf ein und stellten Chess damit ein vorzügliches Zeugnis ihrer dynamischen Attacke aus. Christian McBride stellte mit "Gettin'to it" seinen Kontrabass eindrucksvoll vor. Das voluminöse Instrument stand kraftvoll und in authentischer Größe im Raum. Feine Anrissgeräusche waren bestens nachvollziehbar und den vollen Griff in die Saiten setzte Chess dynamisch eindrucksvoll in Szene. Die Natürlichkeit von Stimmen prüften wir mit dem Album "Glad Rag Doll" von Diana Krall. Auf der Deluxe-Edition dieses Albums findet sich eine Alternativversion von "There Ain't No Sweet Man That's Worth The Salt Of My Tears" die mit ihrer wunderbar direkten Ansprache begeistert. Die Grande Dame des Contemporary Jazz kam tatsächlich zu uns zu Besuch, sie stand authentisch zwischen den Boxen, und ihre Stimme hatte Gänsehautqualitat. Den Härtetest zelebrierte Yello mit "The Race". Hiermit demonstrierte Chess eindrucksvoll ihre außergewöhnlichen dynamischen Qualitäten. Die Bässe streichelten das Zwerchfell; die Mitten blieben dabei klar und unaufgeregt und die Höhen verloren nichts von ihrer feinen Seidigkeit. Mit diesen Lautsprechern kann man richtig laut hören, ohne dass es jemals anstrengend wird."

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