· CT 270, Kompaktbox in K+T 1/2014
Auf der Suche nach einem günstigen Bausatz (Cheap Trick) stieß Thomas Schmidt auf Visaton-Chassis. Als 17 cm Tieftöner wurde der W170S4, als Hochtonkalotte der Visaton SC10N gefunden. Diese kommen in einem geschlossenen, einfach aufzubauenden Gehäuse zum Einsatz. Der Tieftöner wird dabei auf den eben eingebetteten Hochtöner montiert, so dass die Umrisse überlappen. Als Frequenzweiche kommt eine Weiche 2. Ordnung (Steilheit 12 dB/Oktave) zum Einsatz. Der Frequenzgang ist recht eben; die Ankopplung des Hochtöners ist perfekt (trotz des Überlapps des Tieftöners). Die nichtlinearen Verzerrungen sind im Präsenzbereich leicht erhöht; das Zerfallsspektrum ist bis auf Resonanzen um 400 bis 1100 Hz nahezu fehlerfrei. Ein Ausschnitt aus den Klang+Ton Messungen ... "Cheap Trick 270 lässt keinen Moment den Verdacht aufkommen, dass sich die Bestückung pro Seite für einen Fünfziger erstehen lässt. Im Bass geht's nicht supervoluminös, aber großartig sauber zu Werke, und auch Töne in der Gegend von 35 Hertz sind durchaus noch auszumachen - hier würde bei einem vergleichbaren Reflexsystem einfach Stille herrschen. Der SC l0 N erstaunt in dieser Kombination: Er liefert einen detaillierten, präzisen Hochtonbereich, dem man maximal den letzten Glanz absprechen kann, den echte Spitzenkönner ihres Fachs noch addieren. Ansonsten liefert die Box Details in Hülle und Fülle, klingt zudem schön rhythmusbetont und lebendig. Die Box kapituliert weder vor dem unsterblichen "Child in Time" auf Deep Purples "Made in Japan" - tatsächlich haut sie einem Ian Gillans Vokalakrobatik mit ordentlich Schmackes um die Ohren, noch vor Diana Kralls "Live in Paris": Gerade hier brilliert die Box mit erstaunlichem Detailreichtum und einem großformatigen Panorama. Wir finden ihn großartig, diesen etwas unorthodoxen Visaton-Cheap-Trick. Für seine Qualitäten muss man üblicherweise deutlich tiefer in die Tasche greifen. "