· Daedalus Mini-TL, Standlautsprecher in Hobby HiFi 1/2012
Daedalus Mini-TL ist eine Transmissionlinebox mit schwach angedeutetem Labyrith. Das Labyrinth besteht daraus, dass angedeutete Raumteiler (rechtwinklig geschnittene Brettchen) das Gehäuseinnere unterteilen. Das Gehäuse ist einfach zu bauen, da es aus rechtwinklig geschnittenen Platten besteht. Als Breitbänder kommt der Visaton B80 zum Einsatz. Als Frequenzweiche werden zwei Sperrkreise in Reihe zum Lautsprecher geschaltet; diese reduzieren den Pegel im mittleren Frequenzbereich und mildern die Übertreibungen im oberen Frequenzbereich. Mit Weiche ergibt sich ein ausgewogener, ebener Frequenzgang. Das Ausschwingverhalten ist für einen Breitbänder sehr zügig. Die nichtlinearen Verzerrungen sind bei 80 dB Pegel hervorragend gering bei 90 dB Pegel noch als gering zu bezeichnen. Ein Ausschnitt aus dem Hobby HiFi Hörtest "Wer die Daedalus Mini-TL mit verbundenen Augen hört, vermutet größere Lautsprecher: Das Klangbild hat ein realistisches Volumen, es wirkt erwachsen. Das legendäre Oscar Peterson Trio gibt sich auf "We Get Requests", einer Aufnahme von 1964, die dank High-End-Mastering mit 24 Bit und 100 Kilohertz endlich wieder taufrisch klingt, als wäre es Anno 2011 in der Hobby-HiFi-Redaktion zu Gast. Ray Browns Kontrabass ertönt eindruckvoll voluminös, knarzt authentisch, und jedes Umgreifen ist geradezu spürbar. Auch wenn die allertiefsten Töne ein wenig untergehen, steht doch ein glaubhafter Kontrabass im Raum. Das Piano spielt herrlich klar, jeder Anschlag wird sauber abgebildet und klingt lange und fein aus. Das Schlagzeug glänzt mit wunderbarer Besenarbeit. Die in jedem Takt minimal differierenden metallischen Nuancen sind ohne jede Anstrengung unterscheidbar. Und auch hier begeistert das feine und differenzierte Ausschwingen. Auf der Manger'schen Hörtest-CD gibt es einen Hörspiel-Ausschnitt des SWF, der Räumlichkeit besonders gut erlebbar macht. Die Weite und Tiefe dieser Aufnahme gibt die Daedalus Mini-TL wunderbar authentisch wieder. Die Nähe des Sprechers, das Ticken eines Uhrwerks in der Tiefe des Raums, das Schlagen einer Tür im Wind, das alles stellen die Lautsprecher beeindruckend real in den Raum. Stimmen erklingen mit natürlichen und realen Klangfarben. Das gilt für einen Bassbariton (Hans Theessink in "Late Last Night" von der CD "Call Me") ebenso wie für den Sopran der Sandrine Piau, die mit dem Freiburger Barockorchester Opernarien von Mozart interpretiert. Einzig große Lautstärke überfordert die zierlichen Transmissionlines. Auch wenn der dreizöllige Breitbänder sein Möglichstes tut und damit Verblüffung in die Gesichter seines Publikums zaubert, gehören Dynamikeruptionen wie bei Marla Giens "The Cost of Freedom" oder sinfonische Aufführungen in einer realistischen Lautstärke nicht zu seinen Spezialitäten. Die Lautstärke nur ein wenig gezügelt, ist ihm keine Anstrengung mehr anzumerken. So machen die wohnraumfreundlichen Lautsprecher richtig Spaß."