Daytona

· Daytona, Kompaktbox in K+T 5/2012

Die große Kompaktbox Daytona von Holger Barske und Thomas Schmidt beherbergt den 8-Zoll Breitbänder Dayton PS220-8. Die Box ist als Bassreflexbox ausgelegt, wodurch sie trotz hohem Kennschalldruck ab 50 Hz (-3 dB) spielt. Wegen des großen Durchmessers des Breitbänders, darf man in Sachen Rundstrahlverhalten keine Wunder erwarten; die Box sollte recht genau auf den Hörer ausgerichtet werden. Eine Frequenzweiche mit einem Sperrkreis und einem LR-Glied in der Zuleitung linearisiert den Frequenzgang, indem der Präsenzbereich geschwächt wird und die Höhen reduziert werden. Ein Ausschnitt aus dem Klang+Ton Hörtest ... "Wie die meisten Fullrange-Breitbänder will auch die Daytona entdeckt werden. Das bedingt zunächst einmal eine korrekte Positionierung der Boxen. Eine Ausrichtung ziemlich genau auf den Hörplatz ist Pflicht, sonst geht sie dahin, die Linearität. Musikhören mit großen Breitbändern ist eine ziemlich einsame Angelegenheit, der Abstrahlwinkel reicht eigentlich nur für eine Person. Soweit zu den schlechteren Nachrichten. Die guten allerdings überwiegen bei Weitem: Der Bassbereich der Box verdient diesen Namen nämlich tatsächlich, das stramme und sonore Fundament wirkt spontan richtig und stimmig. Und so richtig vermissen tut man die unterste Oktave definitiv nicht; breitbandtypisch holografisch gerät die Raumabbildung der Daytona: Die Box projiziert Schallereignisse mit der Präzision eines großen Kopfhörers und erlaubt eine exzellente Lokalisation im Raum, auch die Größenabbildung ist eine Klasse für sich. Dynamisch geht's sehr locker und knackig zur Sache, und das bruchlos: Wo keine Frequenzweiche das Spektrum "zerhackt", da gibt's auch keine Probleme mit dem Anschluss unterschiedlicher Treiber untereinander. Mitunter zeigt sich noch die eine oder andere Unsauberkeit im Mitteltonbereich, aber das wird mit zunehmender Betriebsdauer merklich weniger: Wie alle Treiber dieser Bauart braucht der Dayton ewig, um alle "Biestigkeiten" abzulegen. Was hilft: der Betrieb an einer Röhrenendstufe. 93 Dezibel reichen auch für schwachbrüstige Single-Ended-Verstärker, und an einem solchen (mit Endröhren vom Typ EL 12) benimmt sich die Box extrem gesittet und wirkt noch entspannter und stimmiger. Genau das ist auch das Umfeld, für das solche Lautsprecher gedacht sind."

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