· Melua, Kompaktbox in K+T 6/2011
Melua ist eine Kompaktbox zu der Christian Gather ein hervorragendes Bändchen wählte: den Audaphon Neo CD 2.0. Das Bändchen wird im Bass durch ein Focal-Tieftonchassis mit W-Membran unterstützt. Dazu wurde der 15 cm Tieftöner 6W4361 gewählt. Seine W-Membran besteht aus Schaumstoff, der mit einer Glasgewebelage verbunden wurde. Dadurch wird eine hervorragende Steifigkeit der Membran erzielt, wobei die innere Dämpfung starke Resonanzen unterdrückt. Die Frequenzweiche besteht aus einer 18 dB/Okave Hochtontrennung und eine Abkopplung des Basses mit 6 dB pro Oktave, die durch zwei Saugkreise parallel zum Tieftöner ergänzt wird. Damit ergibt sich ein recht ebener Frequenzgang; das Ausklingspektrum ist bis auf Resonanzen bei 500 Hz zügig. Die nichtlinearen Verzerrungen sind gering. Ein Ausschnitt aus dem Klang+Ton Hörtest ... "Frei auf Ständern aufgestellt entfaltet die Melua in unserem Hörraum schnell ihren Zauber. Der beginnt beim sehr knackigen Bassbereich, der zwar wenig, aber doch ausreichenden Tiefgang bietet. Dafür kickt der Franzose im Oberbass phänomenal druckvoll und trocken. Dem Tiefbass hilft eine wandnähere Aufstellung auf die Sprünge, welche die Melua dank der just erwähnten Tiefton-Trockenheit nicht mit Bassmulm bestrafen wird. An ein sonoren Grundton schließt sich ein klangneutraler minimal hervorgehobener Stimmenbereich an. Ab hier aufwärts setzt ein äußerst seidiger und feiner Hochtonbereich an. Er versteht sich hervorragend mit der dynamischen und ebenfalls detailreichen Spielweise des Tieftonpartners und bildet ein Gesamtklangbild, welches trotz unzähliger Detailinformationen absolute Entspannung und Ruhe ausstrahlt. Die MeIua drängt dem Hörer die Details nicht wie der übereifrige Assistent auf, sondern reicht sie ihm so vornehm wie der englische Butler. Viel Membranfläche und die damit verknüpften geringen Verzerrungen sind für jene locker-lässige Art verantwortlich. Ziemlich schmal habe ich geguckt, als die Melua es ohne Anstrengungen vermochte, dem Motörhead-Frontman Lemmy Kilmister im eher nicht zärtlich gehauchten "Ace of Spades" vom Wall of Sound abzuschälen und verständlich in den Hörraum zu projizieren Das mag nicht das bevorzugte Programm der zukünftigen Besitzer dieses Lautsprechers sein, zeigt aber doch, dass die Melua selbst im dichtesten Klangdschungel nicht verloren geht. Viel einschmeichelnder kommt da schon die niedliche Katie Melua, die uns auf dieser Box dermaßen beeindruckte, dass sie direkt für die Namensgebung verantwortlich zeichnet. Sie wird es vermutlich nie erfahren ... Die reproduzierte Räumlichkeit ist nicht nur sehr lebensecht, sondern in Breite und Tiefe sehr ausgewogen. Nicht zuletzt ist es diese Eigenschaft, welche die Melua zu einer angenehmen Begleitung durch einen Tag voller Musik macht: Sie macht alles richtig, bleibt dabei aber so angenehm unaufdringlich, dass ihr Klang auch nach langer Berieselung nicht müde macht. Ein tolles Gespann aus präzise-knackigem Woofer und feinem Bändchen." Fazit zu dem Lautsprecher in Klang+Ton "Selbstbau macht's möglich: eine exzellente W-Membran von Focal, kombiniert mit einem großen Bändchen von Audaphon. Das Ergebnis ist ein äußerst präzise und detailreich aufspielender, exzellent auflösender Monitorlautsprecher, der trotz dieser Eigenschaften äußerst entspannt und beruhigend musiziert. Eine faszinierende Kombination mit tollen Allroundfähigkeiten, die sich gleichermaßen für aktive Hörer wie für Langzeitgenießer empfiehlt."