· Nobox 170, Standlautsprecher in K+T 2/2012
Nobox 170 ist ein Dipol, der aus zwei Hochtönern (einer strahlt nach hinten ab), einem Mitteltöner und vier Tieftöner besteht. Der Dipol ist nach hinten offen, besteht also aus dem Boden, der Frontwand und zwei Seitenwänden. Martin Kiesel von Visaton war bei der Erstellung der Box von Elektrostaten inspiriert. Es sollte keine Lautsprecherbox mit geschlossenem Gehäuse (daher der Name Nobox) sein, sondern eine flächenhafte, nach hinten offene Box. Als Frequenzweiche kommt eine 3-Wege-Weiche zum Einsatz, die im Hochtonbereich mit einem Pegelregler versehen ist, so dass man beim Hochtöner den rückwärtigen Schallanteil einstellen kann. Der Übertragungsbereich der Box beginnt bei 20 Hz und endet über 40 000 Hz (-8dB). Ein Ausschnitt aus dem Klang+Ton Hörtest ... "Angenehm ist es, zu wissen, dass die NoBox 170 mit gutem Gewissen frei aufgestellt werden kann - so haben wir es dann auch gemacht. Das selbst erklärte Ziel, eine Alternative zu Flächenstrahlern zu schaffen, hat man bei Visaton weitestgehend erreicht. Der Dipol erzeugt dieses ganz spezielle, aus dem Raum zu kommen scheinende Klangbild, das der Hörer instinktiv deutlich weniger einem physikalischen Objekt zuordnet, als bei anderen Bauprinzipien. Die trotzdem vorhandene präzise Raumabbildung erstaunt und erfreut dann umso mehr. Mithilfe des stufenlos regelbaren zweiten Hochtöners kann man den Diffusschallanteil selbst regeln - das funktioniert erstaunlich effektiv und mit deutlichen Resultaten. Die Bässe kommen tief, ansatzlos und trocken und klingen ebenso schnell wieder ab - einer der bekannten Vorteile des Bauprinzips und trotzdem jedes Mal aufs Neue faszinierend. Die größte Errungenschaft der Visaton NoBox 170 ist aber die durch alle Wege gleichbleibend hohe Klangqualität, die wohlgemerkt mit der günstigsten Fertigungslinie an Chassis realisiert wird - die hochklassige Umsetzung eines außergewöhnlichen Lautsprecherkonzepts macht es möglich."