· Orpheus-TL Standlautsprecher aus Hobby Hifi 4-5/2023
Orpheus-TL ist ein drei-Wege Standlautsprecher. Orpheus-TL ist ein Transmissionline-Lautsprecher mit Chassis von Audaphon, SEAS und von Scan Speak. Der Lautsprecher enthält folgende Chassis: - einen Bändchen-Hochtöner Audaphon NeoPro 5i - einen Mitteltöner Hobby-HiFi 18MW12T - einen Tieftöner ScanSpeak 32W/4878T00 Der Lautsprecher wurde von Bernd Timmermanns entwickelt. - einem Hochpass 3. Ordnung (18 dB / Oktave) für den Hochtöner. - einem Bandpass aus Hochpass 2. Ordnung (12 dB / Oktave) und Tiefpass 3. Ordnung (18 dB / Oktave) für den Mitteltieftonlautsprecher. - einem Tiefpass 2. Ordnung (12 dB / Oktave) für den Tieftonlautsprecher. Der Frequenzgang des Lautsprechers ist perfekt linear. Das Abklingspektrum ist praktisch fehlerfrei. Die nichtlinearen Verzerrungen bei mittleren Lautstärken (90 dB, 1m) liegen oberhalb von 100 Hz unter 0,33%. Ein Ausschnitt aus dem Hobby HiFi Hörtest lm Hörraum der Redaktion zeigte sich die Orpheus-TL bestens aufgelegt. Sie brachte einen Tiefstbass zu Gehör, den wir so bisher noch nicht erlebt haben. Anspieltipp: Cheerleader (Felix Jaehn Remix), zu finden auf ,,Me 4 U" vom OMI - geradezu unglaublich, was hier abgeht. Oder die Orgelsinfonie von Camille Saint-Saens, geleitet von Charles Dutoit (Decca) - man muss es erlebt haben, Worte vermögen es nicht zu beschreiben. Über diesem absolut grandiosen Bassfundament baut Orpheus ein faszinierend weiträumiges Klangbild mit grandioser Breiten- und Tiefenstaffelung, mit ausgeprägter Nahwirkung und beeindruckender räumlicher Tiefe auf. Den Chor in der Referenz-Aufnahme der Orff 'schen Carmina Burana von Telarc erlebten wir mit präzisen erkennbaren Einzelstimmen. Tonal erweist sich Orpheus als unbestechlich: Stimmen geben die riesigen Boxen vollkommen bar eigenmächtiger Klangfärbung wider. Vom sonoren Bassbariton eines Hans Theessink bis zum beeindruckend klaren Sopran der Netrebko in Rossinis Stabat Mater gelingen Stimmen in jeder Tonlage plastisch und charaktervoll. Grandiose Pegelfestigkeit ist die große Sahnehaube des Klangspektakels. ,,The Wall" von Pink Floyd erlebten wir mächtig und druckvoll, mit abgrundtiefen Bassgewittern. Selbst wenn die Lautstärke stark zurückgenommen wird, löst die Orpheus-TL komplexes musikalisches Gespinst noch penibel auf. Andererseits brennt aber auch nichts an, wenn nach einem beherzten Rechtsdreh am Lautstärkeregler die Bassmembran beunruhigende Bewegungen auszuführen scheint. Eine unserer Über-Referenzen ist ab sofort eine Transmissionline - natürlich! Kein anderes Gehäuseprinzip vermag dermaßen souverän auch noch allertiefsten Bass zu reproduzieren. Darüber hinaus gelingen Natürlichkeit, Hochtonauflösung und räumliche Abbildung in referenzwürdiger Perfektion. Das alles funktioniert mit berauschender Dynamik, aber auch schon bei überraschend geringer Lautstärke. Wirklich billig ist dieses Projekt nicht, aber im besten Sinn Preis-wert: Alles zusammengenommen und mit Gehäusen vom Schreiner liegt das Stereopaar irgendwo um 10.000 Euro. Hört sich erst mal nach viel Geld an. Aber entsprechende Klangqualität als Fertigbox sehen wir keinesfalls unter 30.000 und schon viel eher um die 50.000 Euro. Den Platz muss man natürlich auch haben, für die Boxen und für den Hörabstand, denn der sollte nicht unter drei Metern liegen. Aber dann bedeuten diese Lautsprecher das Ende der Suche nach dem perfekten Lautsprecher.