SBTL

· SBTL, Standlautsprecher in Hobby HiFi 5/2010

SBTL ist eine kleine Transmissionlinebox mit Chassis der Firma SB Acoustics. Der Aufbau entspricht einer Fuzzy-Transmissionline, die Leser der Zeitschrift Hobby HiFi bereits aus Fuzzy TML in Hobby HiFi 1/2009 kennen. Die Box ist mit einem Ringradiator und einem 12 cm Tieftöner ausgestattet. Von dem 12 cm Tieftöner darf man lautstärkemäßig keine Wunder erwarten; für höhere Lautstärke sollte eine andere Lösung (wie Fuzzy TML in Hobby HiFi 1/2009 zum Einsatz kommen. Die Lautsprecher werden durch eine 12 dB-Weiche angesteuert. Ein Ausschnitt aus dem Hobby HiFi Hörtest "Im Hörtest war der Schritt vom einfachen MKP zum Audyn Plus größer als der vom Audyn Plus zum Silber-Cap. Trotzdem: Wer das Budget zur Verfügung hat und aus der SBTL das Maximum herausholen möchte, sollte sich nicht scheuen, auch in einen Hochtonkondensator dieser Preisklasse zu investieren. Schon mit der preiswerten Frequenzweichenversion spielt die SBTL erstaunlich leichtfüßig und mit großer Selbstverständlichkeit. Der Lautsprecher baut ein fast reales musikalisches Bild auf. Ganz große Klasse ist der Bass: äußerst transparent, durchtrainiert und ohne Grundton-Bauch. Der Tiefton-Schlenker im Frequenzgangschrieb bleibt in der Praxis folgenlos. Der Tieftonbereich ist sauber durchgezeichnet und erstaunt durch famose Tiefbass-Kostproben, die man einem so zierlichen Tieftöner und Lautsprecher nun wirklich nicht zutraut. Natürlich wachsen die Bäume was die Maximaldynamik angeht, nicht in den Himmel. Auch wenn der Tieftöner in puncto Membranhub aus dem Vollen schöpfen kann, bleibt seine Membran doch gerade mal 54 Quadratzentimeter klein. In einem 25-Quadratmeter-Raum lässt sich vorzüglich Musik genießen, ohne dass man auf die Lautstärke achten muss. Trotzdem kann man das Spiel auch überreizen. Wer gerne laut hört, für den ist die SBTL definitiv nicht der richtige Lautsprecher. In den Mitten begeistert die Klarkeit, mit der Stimmen im Raum stehen. Tonale Natürlichkeit und räumliche Definition ergänzen sich vorzüglich. Die Höhen verblüffen mit ihrer Selbstverständlichkeit, mit der sie feine Details auflösen, ohne dabei auch nur im Mindesten zu übertreiben. Eher kann man hier von Understatement sprechen: Nichts drängt sich auf, eher wollen die Feinheiten in der Musik erhört werden. Dann scheuen sie sich nicht, zutage zu treten. Die Räumlichkeit ist eher trocken, dadurch nicht extrem weitschweifig, sondern bei wohldefinierter Breite und Tiefe des Raums besonders punktgenau. Der Lautsprecher ist kein Blender, sondern eine grundehrliche Haut - alles ist echt, nichts übertrieben, dadurch aber auch besonders glaubwürdig. Mit High-End-Frequenzweiche tut sich die SBTL mit feinsten Strukturen leichter. In Vivaldis "Der Winter" von der Manger-Hörtest-CD lassen sich die Streicher besser auseinanderhalten. Die Raum im Hörspiel-Ausschnitt des SWF, ebenfalls auf dieser CD zu finden, reicht erstaunlich weiter in die Tiefe. Das alles sind anfangs keine Welten, die zwischen den beiden Frequenzweichen-Versionen liegen, eher winzige Nuancen. Aber je länger man hin und her wechselt, desto deutlicher unterscheiden sie sich - bis man irgendwann nicht mehr von der High-End-Version lassen kann."

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