· CC101: Sidewinder MHE, in Hobby HiFi 1/2010
Sidewinder MHE ist eine schlanke Standbox mit Mivoc Mittelhochtoneinheit MHE 380 und seitlich eingebautem Tieftöner XAW 210 HC. In der Mittel-Hochtoneinheit ist eine Metallkolotte durch zwei 3-Zoll Tiefmitteltöner mit Papiermembran eingerahmt. Die Frequenzweiche für die 3-Wege-Box besteht aus einem 18 dB/Oktave Hochpass für die Metallkalotte, einem 6 dB Abtrennung für die Mitteltöner und einer 12 dB Trennung für den Bass. Durch die nicht ganz einfache Frequenzweiche hat Sidewinder einen hervorragend ebenen Frequenzgang, der bei 20 kHz eine leichte Übertreibung zeigt. Ein Ausschnitt aus dem Hobby HiFi-Hörtest " Die Sidewinder MHE klingt so souverän, wie es angesichts der makellosen Messergebnisse zu erhoffen war: Die Tonalität ist perfekt. Klangfarben vom Bassbariton bis zum Sopran und vom Kontrabass bis zur Piccoloflöte trifft sie präzise. Dabei zeigt sie besonderes Talent für quirlige Lebhaftigkeit. Live-Aufnahmen präsentieren das schon vor dem Einsetzen der Musik: Beifall klingt erstaunlich real, und einzelne Klatscher lösen sich erfrischend klar aus dem Getümmel. Schon die Sidewinder aus 2/2004 war gerade in dieser Disziplin nicht schlecht, aber die neue MHE kann deutlich mehr. Mit Eric Claptons "Unplugged"-Album erlebten wir eine authentische Live-Atmosphäre, wie es selbst die fast doppelt so teure Sidewinder GHP aus 5/2009 auf den ersten Eindruck nicht besser hinzubekommen schien. Dass deren Hochtonmagnetostat dann doch die akribischere Arbeit leistet und in der Natürlichkeit immer weiter vom liegt, je länger man ihm lauscht, wird im direkten A-B-Vergleich nach einiger Zeit klar: Die große Schwester ist schon ein Stück besser, wenn auch von ganz anderem Charakter. Während die MHE offensiv und spontan wirkt, will die Große "erhört" werden, offenbart dann aber auch feingeistige Qualitäten, die der Kleinen nicht in diesem Maß gegeben sind. Die Metallkalotte der MHE spielt auf viel höherem Niveau, als es ihr Preis vermuten lässt. Sie gibt keinerlei metallische Tendenzen zu erkennen und schält, ohne dabei zu übertreiben, verblüffend viele Details selbst aus komplexem Klanggetümmel heraus. Das ermöglicht ein vorbildliches Loslösen der Musik von den Lautsprechern. Die Bühne erstreckt sich in der Breite deutlich über die Lautsprecherbasis hinaus. Der Nahbereich beginnt schon vor den Lautsprechern, und das Klangbild reicht bis in beeindruckende Tiefe. Das vorzügliche Auflösungsvermögen animierte uns, die zunächst mit normalen MKPs besetzten Hochtonkondensatoren gegen Mundorfsche RXF-Caps auszutauschen (Hinweis Lautsprechershop: RXF werden durch Evo ersetzt). Diese besitzen einen besonders flachen Kondensatorwickel mit entsprechend großem Durchmesser, was die Kontaktfläche bei Stirnkontaktierung enorm vergrößert, und sind zum Schutz vor Mikrofonie in quaderförmigen Gehäusen vergossen. Sie sind etwa doppelt so teuer wie normale MKPs, bleiben preislich also durchaus Unterschied zu den Standard-MKPs klanglich klar um. Das Klangbild gewann noch einmal an Luftigkeit und löste sich noch besser von den Lautsprechern. Das ist keine Selbstverständlichkeit: Mit den meisten preiswerten Gewebekalotten gelingt dieses Experiment nicht. Die Mivoc-Kalotte gehört ungeachtet ihres günstigen Preises - wenn man die 50 Euro für eine MHE 380 drittelt, entfallen auf sie gerade noch 17 Euro - zu den einwandfrei klingenden Hochtönern mit vorzüglicher Auflösung ohne den damit gerne verbundenen Hang zur Übertreibung. Die Grobdynamik prüften wir mit "The Cost of Freedo