· Eltim Supreme 614, Standlautsprecher in K+T 1/2013
Louis Timmers von Eltim nutzte den Morel SCM 634, der bis hinauf zu 20 kHz überträgt im Bausatz Eltim Supreme 614 "solo". Als Gehäuse kommt eine Bassreflexbox zum Einsatz, deren Öffnung sich am Boden befindet. Die Lautsprecherbox hat von oben gesehen einen trapezförmigen Querschnitt, die der Basis gegenüberliegende Seite ist sehr kurz, so dass das Trapez fast wie ein gleichschenkliges Dreieck aussieht. Die Frequenzweiche besteht aus einem Sperrkreis in der Zuleitung zum Morel Chassis. Parallel zu diesem, befindet sich noch eine Impedanzanpassung (R und C in Reihe geschaltet). Die nichtlinearen Verzerrungen sind bei 85 dB Schalldruck sehr gering, das Zerfallsspektrum ist bis auf eine Resonanz bei 500 Hz zügig abklingend, der Frequenzgang hat eine leichte Mittenbetonung, die außerhalb der Achse noch beträchtlich zunimmt. Daher sollte man die beiden Lautsprecher direkt auf den Hörer ausrichten. Ein Ausschnitt aus dem Klang+Ton Hörtest ... "Komplett auf den Hörplatz eingewinkelte Aufstellung ist deswegen Pflicht. Und man muss sich im Klaren darüber sein, dass sich das "Solo" im Namen nicht nur auf das eine Chassis bezieht, sondern dass genauso der eine Zuhörer gemeint ist, der im Sweet Spot sitzt. Der aber hat nach einer ganz kurzen Eingewöhnungsphase ein Klangerlebnis der besonderen Art. Die Solo ist ganz bestimmt nicht zu hell timbriert, dazu fehlen einfach zu sehr die indirekten Hochtonanteile, die normalerweise vom Raum an den Hörplatz reflektiert werden. Die ausschließlich direkt ankommenden hohen Töne sorgen aber für eine ungemein präzise Information in Sachen Tonalität und Räumlichkeit. Der gemeinhin unter "Luftigkeit" verstandene Mischmasch an Schall ist weg - man kann nur das hören, was direkt ankommt und das kann je nach Qualität einer Aufnahme durchaus auch mal irritierend sein. Bei sauberen Produktionen ist die räumliche Abbildung aber einfach nur umwerfend präzise und fast greifbar real. Der Bassbereich ist kräftiger als unsere Messungen verraten - hier zeigt das unten mündende Reflexrohr seine Wirkung. Mit der Aufstellung der Solo kann man ganz lange experimentieren und sich eventuell sogar für verschiedene Hörsituationen Markierungen machen - ich habe beispielsweise Rock, Pop und Jazz lieber mit enger zusammenstehenden Boxen gehört, was etwas druckvoller und direkter wirkt, während ich die Basisbreite für Klassik etwas weiter auseinandergezogen habe, was einen weiteren Raumeindruck mit sich bringt. Insgesamt ist die Supreme 614 Solo weit davon entfernt, die perfekte Box zu sein, macht aber auf der anderen Seite so viel Lust auf Musik, dass wir jedem Breitbandfan empfehlen möchten, sie einmal anzuhören. "