Tabula

· Tabula, Kompaktbox in K+T 5/2011

Tabula ist ein Lautsprecher in absolut ungewöhnlicher Bauform. Es ist ein Regalbrett mit links und rechts eingebautem Breitbänder und einem nach unten abstrahlenden Tieftonlautsprecher. Und das alles in einem 67 mm starken Regalbrett. Wer noch etwas mehr Bass wünscht, kann Tabula mit dem Subwoofer Rasa kombinieren. Als Breitbänder kommt der zierliche Visaton BF 32 zum Einsatz, der einen recht linearen Frequenzgang zeigt. Bezüglich Lautstärke sollte man keine Wunder erwarten, wer jedoch unauffällig eine kleine Stereo-Anlage installieren will, für den ist Tabula sicher eine interessante Alternative. Als Frequenzweiche kommt eine 12 dB/Oktave-Weiche zum Einsatz, bei der der Tieftöner über Tiefpässe sowohl am linken und rechte Kanal angeschlossen wird. Dies ist unproblematisch, da die Spulen in Reihe zum Tieftöner eine Impedanz von je über 2 Ohm aufweisen, so dass der Kurzschluss zwischen linkem und rechtem Verstärkerkanal, der wegen der Induktivität der Spulen nur im Tieftonbereich zur Geltung kommt, mit über 4 Ohm erfolgt. Die nichtlinearen Verzerrungen sind bei kleiner Lautstärke gering. Ein Ausschnitt aus dem Klang+Ton Hörtest ... "Wie erwachsen tönt sie aber nun, die Tabula? Nun, erstaunlich bis erschreckend erwachsen. Von "ganz nett" keine Spur, sie ist ein vollwertiger Lautsprecher mit einer richtigen Stereobasis und der entsprechend realistischen Raumabbildung. Das bedingt natürlich die entsprechende Sitzposition, welche man bei so einer Box kaum haben wird. Das gute Rundstrahlen tut aber sein Übriges, um die Tabula an jeder Position im Raum ausgewogen aufspielen zu lassen. Erste Befürchtungen, dass der an der Unterseite sitzende W 100 S jene Abbildung verwaschen könnte, erweisen sich als unbegründet. Für die Definition der Räumlichkeit sorgt ganz klar der Mittelhochtonbereich der beiden Breitbänder, der W100S fällt gar nicht weiter auf. Wüsste man nicht, dass er da ist, würde man vermutlich überhaupt nicht nach ihm suchen. Tonal ist bei der Tabula ebenfalls alles im Reinen. Sie bietet ausgewogene Männer- wie Frauenstimmen und verbiegt auch Instrumente nicht ins Unkenntliche. Nein, mit ihr kann man innerhalb der natürlichen Pegelgrenzen ernsthaft und einfach gut Musik hören. Jedes hingestellte Radio schlägt sie um Längen und wird mit etwas Sorgfalt beim Aufbau zum unsichtbaren Stereowunder. Der Rasa macht sich - eher dezent eingepegelt - mehr als sonore Ergänzung denn als ungestümer "Hau drauf" bemerkbar. Die geschlossene Bauweise sorgt für exzellente Tieftonpräzision, wobei es weniger das Mehr an Tiefgang, sondern die gesteigerte Autorität bei entsprechender Musik ist, welche das Erlebnis Tabula Rasa noch zu steigern vermag. Insbesondere Klassisches profitiert vom Zusatzbass und breitet sich nochmal spürbar realistischer im Raum aus. Ein tolles Gespann, welches sich bei entsprechender optischer Gestaltung komplett dünne machen kann."

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