VIB 170 BP

· VIB 170 BP, Standlautsprecher in K+T 6/2010

VIB 170 BP ist eine neue Kreation von Visaton in Haan. Auf der Frontseite der Box sitzt eine Keramikkalotte KE 25 SC und ein Mitteltieftöner AL 170 mit Aluminiummembran. Im Innern der Box sitzt ein leistungsstarker Tieftöner TIW 200 XS. Dessen beidseitige Abstrahlung wird über zwei unterschiedliche Kanäle nach außen geleitet. Das Gehäuseprinzip ist somit ein doppelt ventilierter Bandpass. Die 3 Lautsprecher werden über ein 3-Wege-Weiche angesteuert, die als 12 dB/Oktave-Weiche aufgebaut ist. Der Mitteltöner wird zusätzlich durch einen Saugkreis linearisiert. Ein Ausschnitt aus dem Klang+Ton Hörtest ... "Bandpässe gehören nicht zu unserem bevorzugten Gehäuseprinzip und Materialresonanzen gehören weggefiltert - so weit die Theorie. Was wir zu hören bekamen, hätten wir aber niemals erwartet: einen enorm plastischen Mitteltonbereich, sehr griffig und direkt, wie man es von sehr guten Breitbändern kennt. Der Hochtöner spielt dank der hohen Trennfrequenz noch luftiger, als wir das ohnehin schon von ihm gewöhnt sind. Wie machen sich nun die Materialresonanzen bemerkbar? Dieser Bereich klingt keinesfalls unangenehm oder scharf, wahrscheinlich weil er so schnell ausschwingt und schmalbandig genug ist. Die S-Laute von Stimmen kommen völlig natürlich und in angemessener Lautstärke. Was man aber wahrnimmt, ist, dass dieser Bereich ungemein energiereich ist, ohne zu nerven. Er wird halt von viel Membranfläche abgestrahlt und nicht von einer vergleichsweise winzigen Kalotte. Hart angerissene Gitarrensaiten explodieren geradezu und Schlagzeugbecken haben richtig Substanz. Untermauert wird das Ganze von einem wohldosierten Grundtonbereich und einem fulminant tiefen und straffen Bass. So haben wir das von einem Bandpassgehäuse bislang nicht hören dürfen. Die Chassis ergänzen sich perfekt und die Übergänge erfolgen absolut bruchlos. Wie man es auch von anderen Systemen mit Breitbändern kennt, ist die räumliche Darstellung sehr präzise und aufgeräumt; Tiefen- und Breitenstaffelung gestatten geradezu eine Fokussierung auf die Musiker. Das Tüpfelchen auf dem "i" ist die völlig überraschende Pegelfestigkeit: Wenn eine wirklich große Kirchenorgel den Hörraum mit Tiefbass überflutet, wird einem Angst und Bange. Okay, dafür ist auch ein bisschen Verstärkerleistung notwendig - mit den 60 Watt der SymAsym-Endstufe klingt die Visaton famos, um sie auszureizen; dürfen es aber gerne 200 Watt und mehr sein. "

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