· Viech MK II, in K+T 1/2010
Das Viech von Berndt Burghard (auch Cyburgs genannt) ist einer der meistgebauten Bausätze. Dennis Frank befragte Berndt Burghard ob er seinen Bausatz mit anderen Lautsprecherchassis überarbeiten darf. Was daraus entstand ist Viech MK II. Die neue Box sollte tiefen Bass wieder geben, im Hochtonbereich einen hohen Wirkungsgrad und dennoch hohe Klangqualität aufweisen. Welche Hochtonhörner haben einen phantastischen Klang? Zur Auswahl standen Faital, Oberton D2544, B&C, Ciare und No-Name-Produkte. Dennis Frank entschied sich nach einigen Messungen für Oberton, da ihm der Treiber vom Preis-/Leistungssverhältnis als sehr attraktiv erschien. Im Bassbereich sollte ein Tieftöner mit hohem Wirkungsgrad und guter Tieftonwiedergabe eingesetzt werden. Dazu eignet sich Ciare PM200 ideal. Ciare Tieftöner und Oberton-Horn werden über eine 2-Wege-Weiche mit 12 dB/Oktave Steilheit im Tieftonbereich und 18 dB im Hochtonbereich mit einer Trennfrequenz von 1500 Hz angesteuert. Die 18 dB Flankensteilheit für den Hochtöner sind naheliegend, da der 1-Zoll Hochtontreiber unter 1,5 kHz nicht mehr eingesetzt werden sollte, weswegen er steil getrennt wird. Ergebns ist eine Box mit unheimlicher Dynamik, sagenhaften 96 dB (2,82V, 1m) Wirkungsgrad und hoher Spielfreude. Ein Ausschnitt aus dem Klang+Ton Hörtest "Im Hörraum ließen wir die beiden neuen Viecher daher auf den Hörplatz eingewinkelt stehen, um genügend Hochtonpegel zu haben - nun, am oberen Frequenzrand hat es ebenso dicke gerreicht wie am unteren. Die Hochtoneinheit sorgt für eine schnelle und präzise Wiedergabe, die Räumlichkeit ist wie bei allen guten Hörnern frappierend dreidimensional und weit über die Töner hinaus. Die Umrisse von Stimmen und Instrumenten werden scharf abgebildet - der Aufnahmeraum besitzt ebenso präzise umrissene Konturen. Der Mitteltonbereich klingt aufgeräumt, sauber und lässt dabei wiederum absolut nichts an Fülle und Ausdruck vermissen - so soll es sein. Ich gebe es zu: Auch bei dieser Hornkonstruktion sollten Klassikhörer mit einem Hang zu höchster Klangtreue vielleicht zwei Mal über den Nachbau nachdenken, für Pop und Rock gibt es dagegen fast nichts Besseres als das Viech Mk II und - Überraschung! - das gilt sogar für den Bassbereich. Ultratief geht es immer noch nicht, dafür legt der Ciare gegenüber dem Ur-Viech nochmal eine Schippe Pegel drauf, die sich im Freifeld gemessen gar nicht so spektakulär ausnimmt, im Hörraum mit Bodenunterstützung umso mehr - je nach individueller Sensibilität wird man sogar darüber nachdenken, ob man nicht die eine oder andere Matte Dämmstoff in den Hornverlauf einbringt, um nicht dauernd das Gefühl zu haben, man reißt das Haus ein. Mit einem Single-Ended-Röhrenverstärker wird es im Bass dann etwas weniger brachial - die Kombination überzeugt mit einer fast schon audiophilen und aufgeräumten Spielweise - Faszination Horn+Röhre inkusive. "